Heute sind es Standesämter, die Personendaten erfassen, früher waren es Kirchenbücher.

Ahnenforschung und Kirchenbücher sind zwei Begriffe, die ungefähr mit der Kategorie "Schraubendreher und Schraube" zu vergleichen sind. Oder vielleicht doch eher mit "Feinschleifpapier" und "Lackpinsel".

Ahnenforschung
Namensforschung

Denn einerseits bedeuten für die Ahnenforschung Kirchenbücher unverzichtbare Werkzeuge. Auf der anderen Seite bewegt man sich damit schon in der Formel-1-Kategorie der Ahnenforschung, also in jener Liga, in der man sich dem Thema schon etwas ernsthafter widmet.

Was zum Teil daran liegt, dass die Kombination Ahnenforschung und Kirchenbücher schon recht weit in die Vergangenheit zurückgeht. Oder zumindest vor das Jahr 1874 zurück, denn ab diesem Jahr trat das preußische Personenstandsgesetz in Kraft, wodurch die Personendaten nur noch durch die Standesämter erfasst wurden.

Aber für einen echten Ahnenforscher markiert das Jahr 1874 gerade einmal die jüngste Vergangenheit, um den Dreh herum wurden Großmütter oder Urgroßväter geboren.

Sobald es also um "Urur-" geht, kommen zwangsläufig die Kirchenbücher ins Spiel, in denen sich oft genug die einzigen schriftlichen Zeugnisse eines ganzen Menschenlebens zwischen Geburt und Begräbnis, über Heirat und Kindstaufe niedergeschlagen haben.

Originale Kirchenbücher werden die Ahnenforscher eher selten zu Gesicht bekommen. Aus konservatorischen Gründen werden diese wertvollen Altertümer streng verwahrt, sind aber in den meisten Fällen inzwischen mikroverfilmt. Wer daher Interesse und Bedarf hat, kann sich mit den entsprechenden Kirchengemeinden oder Kirchenbuchämtern in Verbindung setzen. Dann wird ihm Gelegenheit geboten, an den Lesestellen auf den Microfiches seine Vorfahrensuche weiterzuführen. Inzwischen gibt es auch die Möglichkeit, per Internet Einblick in Kirchenbücher zu erhalten.

Wenn es sie denn noch gibt. Denn was wäre ein ordentlicher Krieg, wenn man nicht auch richtig was kaputtmachen könnte? Eben. Und da das christliche Abendland seit jeher ein Faible für eine normgerecht durchgeführte Metzelei hatte, und dieses seit Jahrhunderten, gab es einen nicht zu unterschätzenden Schwund. Jedenfalls bricht so mancher Stammbaum ab, weil ein betrunkener Söldner im 30-jährigen Krieg das Bedürfnis entwickelte, ein Gotteshaus der anderen Konfession abzufackeln. Es sei denn, der Pfarrer oder Priester hatte sich vorher samt Kirchenschatz und Kirchenbuch in Sicherheit gebracht.

Womit bewiesen wäre, dass ein engagierter Ahnenforscher auch Glück braucht. Und dass dieser glückliche Moment vor einigen Jahrhunderten stattfand. Oder es gab einen flinken Priester. Den Versuch ist es allemal wert.

 

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